Sauerland Waldroute - Drakenhöhlen

Von Marsberg zur Kluskapelle

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Bisher gelaufen: 164,3 km; 43h 55Min

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Es geht los vom Parkplatz Tor zur Sauerland Waldroute in Marsberg. Heute wird die Route sehr Geschichtsträchtig. Schauen wir mal. Es ist nun Ende Oktober. Die Nacht war frostig, aber die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Vom Wanderparkplatz geht parallel zur abschüssigen Straße (Dütlingstalweg) ein Wanderweg entlang. Der Weg biegt langsam nach links ab, um der Flanke des Berges zu folgen. Rechter Hand blickt man in die Stadt hinein, auf diverse Häuser und Institute. Linker Hand liegt ein alter Friedhof. Rechts ist sehr schön der Berg zu sehen, den es gleich zu besteigen gilt. Dort soll es noch sehr interessant werden. 

Tor zum Sauerland in Marsberg  Weg zum Gedenkfriedhof in Marsberg

Gedenkfriedhof in Marsberg  Eresburg in Marsberg

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Nachdem der Pfad auf den Bombergweg mündet und man sich wieder in einer Siedlung befindet, geht es dann rechter Hand den Berg hinab (Am Schützenberg), zur Hauptstraße. Die Straße wird überquert und ein paar Meter nach links gefolgt, dann nach rechts in die Lillers-Straße, vorbei an der Stadtverwaltung von Marsberg. Die Diemel wird überquert. Am Ufer sind Skulpturen zu sehen. Linker Hand ist ein schön restauriertes altes Haus zu sehen. Dieses Haus ist übrigens das einzige Highlight an alten Häusern, was ich hier entdecken konnte. Links befindet sich der Hauptbahnhof, der oft auch als Startpunkt für die Sauerland Waldroute genannt wird. Nach der Brücke wird geht man an der nächsten Kreuzung zunächst weiter geradeaus (hier fehlt ein Symbol) und hinter den ersten Häusern dann nach rechts in den Weg Kötterhagen. Ich vermute, dass ich nun in der Altstadt bin. Es sind aber nur wenige alte Häuser zu sehen und die sind auch nicht im besten Zustand. Die Kirche ist erreicht. Diese kann man durch einen Seiteneingang betreten. Nun ja, unspektakulär eingerichtet. Marsberg scheint wahrlich keine reiche Stadt zu sein. Und die Städteentwicklung ist hier auch eindeutig vorbei gegangen. Ich weiß nicht, ob Marsberg im zweiten Weltkrieg zerstört wurde, aber sonst stehen hier nur architektonisch unauffällige Häuser, von einer tollen Altstadt ganz zu schweigen. Erstaunlich.

Baum in Marsberg  Altstadt von Marsberg

Altes Haus in Marsberg  Kirche von Marsberg

Nachdem man am Marktplatz vorbei ist, geht man rechter Hand über die Straße und kurz zwischen zwei Häusern entlang, bis man auf die Straße Bülberg trifft, die nun nach rechst Bergauf zu gehen ist. Es geht nun deutlich Bergauf. Die auf den Berg gelegene Eresburg war für Angreifer sicher nicht einfach zu erreichen. Nach ein paar Minuten sieht man auf der linken Seite ein Wanderschild, wo das Schild fehlt und ein kleines Gebäude, an dem die Fenster eingeschmissen wurden. Hier geht es nun genauso steil einen Trampelpfad hinauf, bis man wieder auf die Straße trifft, die sich den Berg hinauf windet. Die Straße nun nach links, nicht mehr ganz so steil, folgen. Die Kuppe ist erreicht. Auch hier sehe ich, zumindest auf den Waldroutenweg, keine alten historischen Gebäude. Der Weg knickt ab in die Münzstraße. Nach ein paar Minuten geht ein Wanderweg links weiter nach oben. Dann steht man vor einer alten Mauer und sieht die Stiftskirche, die hier auf dem Berg thront. Historischer Boden. Hier soll Sie also gestanden haben, die alte Germanische Festung Eresburg. Dort wo die Stiftskirche steht, soll die Irminsul gestanden haben. Das alte sächsische Heiligtum, das von Karl dem Großen zerstört wurde. Anstelle der Irminsul wurde die erste Kirche im Sachsenland erbaut.

auf-dem-weg-zur-irminsul-marsberg  Pfad-zur-Eresbrug

An-der-Mauer-der-Eresburg  Stiftskirche-Irminsul-Eresburg-Marsberg

Ein paar Meter weiter steht der Buddenturm, der die Drakenhöhlen bewacht. Man kann in den Turm hinein und hat auf der Plattform einen schönen Überblick über Marsberg. Marsberg liegt schön zwischen den Hügeln des Sauerlandes. Aber auch von hier, kann ich nicht spektakuläres in Marsberg entdecken. Dafür, dass hier so ein historisches Gebiet ist, ist in der Stadt davon wenig zu sehen. Es mag aber sein, dass die Waldroute mich an interessanten Plätzen vorbei gelotst hat. Hier am Budenturm treffen auch Nord und Südroute der Waldroute aufeinander. Leider gibt es auch hier keine weiteren Informationen dazu.

Buddenturm Marsberg  Marsberg

Pfad zu den Drakenhöhlen  Geschichte pur

Rechts am Buddenturm geht ein Pfad hinab. Glatt ist es hier. Alles ist hier angefroren. Kurz danach steht man dann vor den Drakenhöhlen (Drachenhöhlen). Angeblich soll ja Siegfried hier den Drachen getötet und anschließend in seinem Blut gebadet haben. Nach der Größe der Eingänge zur Höhle, mag es aber nur ein kleiner Drache gewesen sein. Was ist eigentlich aus Grisu geworden? Man geht nun an der Bergflanke entlang, etwas unterhalb der Kuppe. Die ersten Eingänge zu den Höhlen sind nur Spalte, vereinzelt zugemauert. Dann kommen aber größere Eingänge. Leider kann man nirgends hinein. Die Zäune sind aber nicht unüberwindbar. Schön und interessant. Es wird waldiger. Der Pfad hat es in sich. Durch das Laub sieht man die kleinen und größeren Steine und Rillen nicht und oft genug vertrete ich mich.

Drakenhöhle  Drakenhöhle in Marsberg

Eingänge in die Drakenhöhlen  Großer Eingang in die Drakenhöhlen

Der Weg führt um den Berg herum. Plötzlich liegen auf dem Weg zwei große Steinbrocken. Ein Informationsschild sagt, dass dies mal ein Tor zu einem Thing Platz (Versammlungsplatz) der germanischen Stämme war. Die Eresburg soll mal Sitz von Segestes gewesen sein. Einen germanischen Fürsten, der auf Seite der Römer stand, obwohl seine Tochter Tusnelda die Frau von Arminius dem Cherusker war. Allerdings müsste man erst noch ein paar Minuten laufen, bis man zu einem Platz kommt, der groß genug ist für eine Versammlung. Links und rechts des Pfades geht es einfach zu steil Bergab- bzw. auf. Nun tun sich auch schöne Weitsichten Richtung Westen auf. Man blickt ins breite Diemeltal. Die Berge des Sauerlandes liegen im Sonnennebel.

Rund um die Eresburg  Eingang zum Thingplatz

Weg zum Thingplatz  Blick ins Diemeltal

Minute 80 (2715)

Das nächste Highlight ist erreicht. Die Sage vom Rittersprung. Heute ein Aussichtspunkt, soll sich ein Ritter damals hier mit seinem Pferd hinunter gestürzt haben. als er von Raubrittern umzingelt war. Natürlich kam er heil unten im Tal an. Und weiter geht es. Am nächsten Aussichtpunkt erfahre ich, wie das Sauerland zu seinen Namen kam. Als Karl der große, nach langen Kampf die Eresburg endlich eingenommen hat, soll er gesagt haben "Dies ist mir ein sauer Land geworden". Man erfährt an weiteren Stellen noch viel weitere Sagen. Aber am besten mal selber hier lang wandern. Es lohnt sich.

Wald in Marsberg  Pfad um den berg

Kurz vor der Landstraße  Blick ins Diemeltal

Ein wenig den Berg hinab, ist nun die Kreisstraße 65, lange Ricke erreicht. Die Straße überqueren. Das W Symbol ist auf der anderen Seite gut zu sehen. Es geht etwas die Böschung hinauf und läuft dann ein paar Meter die Lüllingshecke entlang. Dann steht man rechter Hand vor einer großen Wiese, mit schönem Weitblick. Hier könnte ich mir vorstellen, könnte der Thing Platz gewesen sein. Nun sehe ich mich einer ganz anderen Herausforderung gegenüber. Das Gelände ist eingezäunt. Eine kleine Zickzack Einlassung ist zu sehen. Kinder mögen hier ohne Probleme durch kommen. Ich hab da aber so meine Probleme. Immerhin ist daneben direkt ein Gatter. Nach Überlistung des Schließsystems, kann ich dann hier hindurchschlüpfen. Links befindet sich ein kleines Sportstadion. Man geht nun über den Wiesenpfad wieder um einen Hügel herum. Die Aussicht ins Tal ist toll. Der Pfad knickt nun um 100 Grad nach Links und führt an der anderen Seite des Hügels zurück. Am Ende des Pfades sind ein paar Kühe zu sehen, die mich misstrauisch beobachten. Mir fällt auf, dass die sich auf derselben Wiese wie ich befinden. Aber die Kühe sind Wanderer wohl gewöhnt. Schöne alte knorrige Bäume stehen hier. Dann stehe ich wieder vor der Zaun Aufgabe. Diesmal ist das Gatter aber durch ein Schloss gesichert. Also muss ich durch den Zickzack Durchlass hindurch. Erschwert wird mir das aber, weil auch ne Menge Stacheldraht verlegt ist. Doch Hurra, ich bin durch.

Gatter zur Kuhwiese bei Marsberg  Blick ins Diemeltal

Wiesen und Berge Sauerland Waldroute  Kuhstall am Thingplatz

Gatter am Ende der Kuhwiese  Kühe und alter Baum bei Marsberg

Alte Bäume  Informationshäusschen an der Sauerland Waldroute

Minute 110 (2745)

Ein kleiner Unterstand ist erreicht, der direkt an der Giershagener Straße liegt. Der Straße nach rechts folgen, bis der Weg nach rechts abbiegt. Nun wird die nächste Bergflanke umrundet. Es wird wieder waldiger. Nun hat man auch einen schönen Blick zurück auf die Eresburg. Reif liegt auf den Blättern. Die Bergseite liegt im Schatten und es ist hier deutlich kühler. Der Wald wechselt nun wieder zwischen reinen Fichten zu Laub- und Mischwald. Halt alles was man von einem Sauerländer Wald erwartet.

Blick auf die Eresburg  Dem Diemeltal entlang

Waldbestand Auf der Wiemecke  Blick auf den Rittersprung

An einer Schutzhütte sagt mir ein Wanderschild, dass ich nun nach links, den Berg ein wenig hinauf muss. Ein paar Minuten später, geht es wieder nach rechts. Der Weg ist wieder waagerecht. Und es wird wieder eine Berg umrundet. Diesmal ist es der Priesterberg. Es geht langsam Bergab.

Durch die Wiemecke  Hochsitz im Wiemecker Wald

Eisiger Weg  Schutzhütte

Minute 175 (2810)

Der Weg mündet im Tal auf einen asphaltierten Weg. Noch knappe drei Kilometer bis zu meinen Zielpunkt für heute. Ich folge dem Talweg nun nach links. Ein paar Minuten später wartet eine Überraschung auf mich. Ein Wegweiser sagt mir nun, dass ich nach links in den Wald soll. Ein Weg ist nicht zu erkennen. Deshalb ist an jedem zweiten Baum ein W Symbol zu sehen. Dem kann man folgen. Es geht nun steil nach oben. Erschwert wird es mir dadurch, dass das Laub teilweise feucht oder angefroren ist. Rutschig hier. Ich frage mich, warum ich wühl hier hoch soll. Laut Karte gibt es dort oben ein Naturdenkmal. Mal schauen.

Im Diemeltal  Das Diemeltal

Steiler Aufstieg zum Naturdenkmal  Auf der Kuppe vom Naturdenkmal

Oben angekommen, bin ich erst mal am keuchen. Immerhin ist mir nun wieder warm. Es öffnet sich ein kleiner Platz. Ein großes Schild sagt mir, dass sich hier ein Pferdefriedhof befindet. Aha. Aber ein Pferdefriedhof als Naturdenkmal? Ein paar Meter weiter ist noch ein Informationsschild. Ganz in der Nähe befindet sich eine Cölestingrube. Das ist ein Mineral in Kristallform, dass es nur sehr selten gibt. Man benötigt es für Medikamente, Zuckerherstellung und Leuchtspurmunition. Das Vorkommen ist fast einzigartig in Deutschland. Neben Gembeck gibt es nur noch Vorkommen in England, Spanien, Sizilien, Südafrika und am Eri-See. Schau an.

Naturdenkmal Pferdefriedhof  Kristallvorkommen

Pferdefriedhof  Abwärts zur Wehrkirche

Der Weg führt nun wieder Bergab. Auch hier ist der Weg teilweise geröllig, was man durchs Laub nicht sehen kann. Ich knicke mehrmals leicht um. Gut das ich hohe Wanderstiefel anhabe. Trotzdem tut mir mein rechter Knöchel weh. Lange sollte das nicht mehr so gehen. Rechts taucht plötzlich ein Informationsschild auf, das mich auf eine Schiefergrube aufmerksam macht. Hier soll es auch einen Stollen geben, den ich aber nicht entdecken kann. Wahrscheinlich ist der Eingang zugeschüttet worden.

 

Minute 215 (2850)

 

 

 

Mein Zielpunkt ist erreicht. Die Kluskapelle. Rechts sieht man Schlote dampfen. Die Gierhagener Mühle. Dort wo nun hier ein Friedhof steht, war früher mal ein Dorf, dass in diversen Kriegen aber zerstört wurde. Die Kirche stammt aus dem 12 Jahrhundert und ist eine der wenigen ihrer Art, die erhalten sind. Leider kommt man nicht hinein. Bauweise und die kleinen Fenster weisen schon darauf hin, dass es schwierig ist hier hineinzukommen, (oder heraus).

 

Schiefer Abbau  Grube Reinhardt

Kluskapelle Freidhof  Blick über das Klusland

Strecke:12,7 km
Dauer: 3h 35 Min
Schwiergkeit: Mittel

Gesamtstrecke: 177 km
Gesamtdauer: 47h 30 Min

Fazit: Die Südroute wartet mit eineigen Überraschungen und tollen Aussichten auf. Schön sind die ganzen kleinen Plätze und Sagen, die man nicht im Touristenhandbuch findet. Der Weg hat sich gelohnt, auh wenn man von Marsberg selber ein wenig enttäuscht ist. 

Tipp: Von der Kluskirche Richtung Mühle gehen. Der Weg führt durch das Tal, unterhalb der Berge zurück nach Marberg und bereitet noch einmal ganz andere Ausblicke auf die Eresburg. Der Wanderweg endet an einem Bahnübergang. Diesen aber nicht überqueren, sondern etwas weiter die Starße hinauf, dann geht ein Weg nach Links hinunter zu einem asphaltierten Weg, entlang des Baches. Den Bachverlauf nun immer folgen. 

 

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