Von der Jickjackmühle nach Olsberg

Von der Jickjackmühle nach Olsberg

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Bisher gelaufen: 199,6 Km in 53h 20 Min

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Drei Wegestücke habe ich noch geplant, dann sollte ich die Waldroute komplett gelaufen sein. Das heutige Teilstück beginnt am Wanderparkplatz der Jickjackmühle. Eine Mühle als solches ist hier zwar nicht direkt zu sehen, aber wieder ein Gehege mit Alpakas. Die scheinen hier in der Gegend öfter vorzukommen. Vom Parkplatz überschreitet man den Bach Hoppecke und steht ein paar Minuten später an der Landstraße 913. Diese muss man zunächst ein Stück nach links folgen, bevor es dann nach rechts in den Pulvermühlen Weg geht. Bereits hier gibt es eine Menge Hinweisschilder für Wanderer, aber das W ist immer gut sichtbar angebracht. Hier ist auch ein Informationspunkt des Gewerkeweges (rotes G). Diesen Weg werde ich noch öfter kreuzen, bzw. ein Stück laufen. Hier erhält man gute Informationen zur Jickjackmühle und Pulvermühle. Die Pulvermühle ist nach zwei weiteren Minuten erreicht. Ein Mühlwerk ist vom Weg aus nicht zusehen, aber das schick gemachte Emblem aus Schiffer ist beeindruckend. Kurz danach geht es in den Krawinkel Weg, der nun deutlich nach oben zieht.

Wanderparkplatz Jickjackmühle Sauerland Waldroute  Entlang der Pulvermühle Sauerland Waldroute

Gewerkeweg Infotafel Sauerland Waldroute  Pulvermühle Emblem Sauerland Waldroute

Auffällig sind hier plötzlich die Holzgeländer am Wegesrand, obwohl diese eigentlich nicht notwendig sind. Der Grund liegt linker Hand. Ein Sanatorium für Kriegsblinde. Die Wege im Umkreis sind speziell für Blinde ausgebaut. So erklärt sich dann auch das Geländer. Nach langer Zeit ist hier aber auch Kyrillland. Hier ist einiges umgekippt und viele Hänge sind kahl. Einige schöne Bäume stehen aber noch und kleine Baumbestände wechseln sich mit Wiesen ab. Immerhin hat man hier wieder einiges an freier Sicht auf das umliegende Land. Ein nächster Infopunkt des Gewerkeweges erklärt das umliegende Land.

Hängeberg Brilon Sauerland Waldroute  Weg zum Hubertshof Hängeberg Sauerland Waldroute

Die Bundesstraße 251 ist erreicht. Diese kurz überquert und schon befindet man sich auf einen kleinen Trampelpfad. Ein paar Meter parallel zu Straße, dann geht es über eine kleine Holzbrücke und den Hügel hinauf. Ein schöner Wiesenweg führt mich in das nächste kleine Waldstück. Linker Hand befindet sich eine kleine Siedlung, die durch den Weg gut umgangen wird. Ein paar Minuten später steht man vor einem kleinen Berg und einem Asphaltweg. Zunächst nach links und dann nach rechts. Hier soll also dieser kleine Berg umgangen werden. Vorbei an einem Friedhof, fallen mir die doch recht vielen Wanderer auf, die fast alle Niederländisch sprechen. Das hat auch seinen Grund. Der Rothaarsteig beginnt ein paar Meter weiter und ringsherum befinden sich Feriensiedlungen. Eine Holzkonstruktion, die aussieht wie ein übergroßer Wigwam ist nun zu sehen. Die Konstruktion nennt sich Kyrill-Tor und soll an die Zerstörungskraft von Kyrill erinnern. Gleichzeitig gilt es als Eingang zum Bürgerwald. Ein Aufforstungsprogramm, an dem sich jeder Bürger beteiligen kann.

Brücke zum Bürgerwald Brilon Sauerland Waldroute  Weisenweg zum Bürgerwald Brilon Sauerland Waldroute

Kyrilltor Brilon Sauerland Waldroute  Kyrilltor Rothaarsteig Sauerland Waldroute

Kurz hinter dem Kyrill Tor liegt ein Parkplatz, mit einem Tor zur Sauerland Waldroute. Vorbei an einem Sportstadion geht es nun also ein Stück den Rothaarsteig entlang. Hinein geht es ins Grimmetal. Ein schönes, sonnendurchflutetes Tal, das auch den obligatorischen geschwungenen Bach aufweist. Kyrill hat auch dieses Tal nicht verschont. Nachdem aber die umgefallenen Bäume nun nicht mehr zu sehen sind, bietet das Tal optisch schöne Reize und gute Aussichten. Am Ende des Tals erscheint nun die Hibammen Hütte (Infos). Da hier viele Wanderwege zusammenkommen und die Hütte auch mit dem Auto erreichbar ist, ist hier doch recht viel Trubel. Kurz wieder über den Bach und schon steuert man den Parkplatz an. Linker Hand geht ein asphaltierter Weg den Berg hinauf. Der Waldweg verläuft etwas Abseits parallel durch den Wald und lässt sich besser laufen. Dieser mündet an einer Wegspinne / Wanderparkplatz  aber wieder auf dem Asphaltweg. Hier wird der Rothaarsteig wieder verlassen. Der Waldroutenweg geht nun waagerecht nach Rechts ab und ich befinde mich auf dem Kneippwanderweg. Olsberg sollte bald in Sicht sein.

Tor zur Sauerland Waldroute Rothaarsteig  Grimmetal Brilon Sauerland Waldroute

Hiebammenhütte Brilon Sauerland Waldroute  Rothaarsteig Brilon Sauerland Waldroute

Tatsächlich hat man nun ab und an gute Weitsichten und auch Olsberg ist teilweise zu sehen. Vor mit sind fünf Frauen. Alle fünf sprechen gleichzeitig. Die Szene ist wirklich skurril, da sie scheinbar so viel wie möglich reden wollen, aber keiner zuhört. Und sie sind laut. Wirklich laut! Der Weg teilt sich und es geht langsam Bergab. Der andere Weg bleibt auf seiner Höhe und die Frauen auch, die ich aber immer noch lange schnattern höre. Während ich noch so darüber nachdenke, dass die Damen bestimmt gut für das Aufschrecken von Wild bei einer Jagd geeignet sind, erreiche ich den Maxstollen. Entlang einer Mauer steht eine Lore vor dem Eingang. Natürlich verschlossen.  Wie auf den Informationen zu lesen ist, befinde ich mich auf dem Eisenberg, der aus allen Richtungen angebohrt wurde. Und es soll jede Menge Pingen (Tagebau) geben. Unterhalb des  Berges sehe ich das Waldhotel Schinkenwirt. Da scheint eine Menge los zu sein. Die Waldroute biegt aber kurz vorher nach Rechts den Berg hinauf ab. Hier komme ich nun doch heftig ins Schwitzen. Der Weg zieht gut nach oben. Immer noch befinde ich mich auf dem Kneippwanderweg. Allerdings kann ich diesbezüglich nichts entdecken. Keine Infotafeln oder Attraktionen. Dafür sehe ich plötzlich Infotafeln des Gewerkeweges. An einer Stelle befindet man sich direkt vor einem verschütteten Grubeneingang. Bilder und Infos dazu sind recht interessant. Schade, dass man da nicht mal hineinschnuppern kann.

Sauerland Waldroute Maxstollen Eisenberg Olsberg  Maxstollen Eingang Sauerland Waldroute

Gewerkeweg Stollen Sauerland Waldroute  Eisenberg Olsberg Sauerland Waldroute

Ein paar Minuten später kommt ein scheinbar gerade neu gemachter Weg parallel von oben herab auf meine Strecke. Schilder gibt es in diese Richtung nicht. Auf der Karte ist der Weg eingezeichnet und führt parallel der Waldroute entlang. Ich beschließe ihn, auf dem Rückweg zu gehen. Noch ahne ich nicht, welch toller Weg da auf mich wartet (siehe Tipp). Noch ein paar Kehren entlang des Zwöllberg und ich habe mein Tagesziel erreicht. Der Wanderparkplatz und Tor zum Sauerland Olsberg.

Schäferkreuz Eisenberg Sauerland Waldroute  Tor zum Sauerland Olsberg

Strecke: 9,5 km
Dauer: 3h 10 Min
Schwierigkeit: Mittelleicht

Gesamtstrecke: 209,1 Km
Gesamtdauer: 56h 30 Min

Fazit: Wieder ein kleiner Höhepunkt der Waldroute. Während mir der Weg vom Diemelsee zur Jickjackmühle nur teilweise gefallen hat, ist dieser Weg vom Anfang bis Ende gut. Schöne Weg, Aussichten und endlich wieder ein paar Infotafeln, die viel erklären. Es sei noch gesagt, dass der Gewerkeweg wohl noch in großen Teilen im Aufbau ist. So erklärt sich, warum der Weg (noch) nicht in Wanderkarten dargestellt wird und auch auf den Briloner Tourismusseiten nur spärliche Informationen zu bekommen sind.

Tipp: Auf dem Rückweg würde ich den (zum damaligen Zeitpunkt nicht ausgeschilderten, aber in der Karte verzeichneten) Weg über den Höhenrücken des Eisenberg gehen. Er ist Teil des Gewerkeweges und scheint komplett neu angelegt worden zu sein. Tolle Aussichtpunkte, Sitzgelegenheiten und Infotafeln. Alles im absolut neuen Zustand und scheinbar noch nicht offiziell eröffnet. Nach ca. einem Drittel des Weges erreicht man eine Wegspinne. Linker Hand liegt ein großes Pingenfeld. Der Weg führt dann als toller Trampelfpfad weiter. Kurz nachdem man Schäferkreutz passiert hat, stößt man rechter Hand wieder auf die Waldroute. Zum Schluss bin ich nach dem Kyrill Tor von der Waldroute abgewichen und bin durch das Dorf Gudenhagen gelaufen, das sich rühmt einer der Waldreichsten Dörfer zu sein. Naja, auf dem Weg hierhin, hab ich schon einige Dörfer gesehen, die das von sich behaupten. Was mir auffällt, sind die vielen Autos mit Niederländischen Kennzeichen. Allerdings auch die Tristes dieses Dorfes. Hübsch finde ich es nicht. Jede Menge Unrat befindet sich in so manchen Gärten und so manches Haus könnte auch mal ein Tupfer Farbe vertragen.

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