Wilder Kaiser - Stripsenjoch - Zahmer Kaiser

Stripsenjoch - Zahmer Kaiser

Die Tour wurde Anfang August 2012 durchgeführt. Der Weg führt zunächst von der Griesneralm zum Stripsenjochhaus, direkt an den Flanken des Wilden Kaisers entlang. Von den vielen Wanderern, gehen nun noch ca. 50% zum Stripsenjochkopf hinauf. Ca. 30% laufen noch zum Feldberg und ca. 10% der Wanderer laufen die große Höhenwegrunde, die ca. 7h dauert. Sicherungsgeschirr ist nicht notwendig, aber es gibt einige schmale Stellen, so dass man hier keine Höhenangst haben sollte. Die Bilder lassen sich durch anklicken vergrößern.

Vom Örtchen Griesenau führt eine gut ausgebaute Straße (Kaiserbachtal) zur Griesneralm (Infos) auf 1024m über NN. Die Straße ist Mautpflichtig. Es kostet 4,- EUR. An der Alm sind zwei (kostenlose) große Parkplätze.

10:05 Uhr

Vom Parkplatz sieht man bereits das Stripsenjochhaus. Sieht gar nicht so weit weg aus. Allerdings sind es knapp 600 Höhenmeter, die überwunden werden müssen. Das Wetter ist gut, nur ein paar Wolken streichen manchmal über die Gipfel des Wilden Kaisers. Zwei Minuten vom Parkplatz entfernt stehen die Gebäude der Griesneralm. Man geht zwischen Kiosk und dem Hauptgebäude durch, bis man vor einer großen Informationstafel steht. Linker Hand führt nun der ein breiter Weg zunächst über eine Brücke und dann schon recht steil werdend die Flanke des Wilden Kaisers hoch. Hier muss man bereits den Kopf in den Nacken legen, um zu den Bergspitzen hinauf zu sehen. Der Weg windet sich mehrmals, bis man 30 Minuten später einen Wald erreicht und der Weg nun etwas schmaler wird. Man ist nun bereits gut durchgeschwitzt. Die Sonne brennt nun doch auf den Pelz und man ist froh, nun ein Stück im Wald gehen zu dürfen.

Grienseralm Parkplatz  Griesneralm

Erstes Wegstück  Kurz vor dem Wald

Panorama Wilder Kaiser  Panorama Stripsenjochhuette

10:50 Uhr

Der Wald wird nun verlassen. Der Weg ist nun steiniger. Im Hang sind die ersten Kletterer zu sehen. Am Wegesrand ist nicht umsonst eine Landefläche für den Rettungshubschrauber vorhanden. Es sind linker Hand nun auch einige Pfade zu sehen, die direkt zu den verschiedenen Übergängen führen (Ellmauer Tor / Steinerne Rinne). Diese Routen sind aber für normale Wanderer nur noch ein Stück zu gehen. Der Rest des Weges ist dann etwas für Kletterer. Der Weg windet sich weiter hinauf. Die Hütte ist bereits sehr gut zu sehen. Aber noch geht es aufwärts.

Wilder Kaiser Steinerne Rinne  Wilder Kaiser Gipfel

Wilder Kaiser Schneefeld  Stripsenjochhaus von unten

11:45 Uhr

Die Stripsenjochhütte ist erreicht (Infos) 1605m über NN. Das ist die Verbindung vom Wilden Kaiser, zum Zahmen Kaiser. Ich mache erst mal ein kleine Pause und sitze auf der Terrasse. Das Personal ist zwar nicht unfreundlich, aber besonders motiviert scheinen sie auch nicht zu sein. Anstelle meiner bestellten Gulaschsuppe bekomme ich eine Nudelsuppe. Naja, die hat auch geschmeckt. Die Suppe und ein großes Spezi haben mich 8,- EUR gekostet. Im Süden sind die Flanken des Wilden Kaisers zum Greifen nah. Im Osten sieht man ins Kaiserbachtal zurück. Eine Menge Wanderer sind noch auf den Weg nach oben. Sieht aus wie eine Ameisenstraße. Im Westen ist das Kaisertal (Richtung Kufstein) zu sehen. Und im Norden sieht man bereits sehr gut den Höhenweg über den Zahmen Kaiser.

Stripsenjochhuette mit Stripsenjoch  Stripsenjoch

Panorama Stripsenkopf  Panorama Wilder Kaiser Flanke

12:15 Uhr

Weiter geht es zum Stripsenjochkopf (1807m über NN). Ein kleiner felsiger Pfad führt zunächst zu einem Kreuz, an dem ich nochmal zehn Minuten verweile. Nun geht’s wieder steil Bergauf. Der Weg wird nun deutlich anstrengender. An einigen Stellen befinden sich Tritthilfen und Seile. Aber alles noch im grünen Bereich und auch mit Kindern zu bewältigen. 20 Minuten vor dem Kopf teilt sich der Weg. Entweder über den Kopf Richtung Feldberg, oder an der Flanke vorbei. Ich wähle die Flanke, da der Weg zu Kopf durch viele Kletterer belegt ist (hier befinden sich Übungsklettersteige). Der Weg wird nun schmal und man muss aufpassen. Es geht zunächst etwas Bergab, Richtung Wiesensattel (bis auf 1627m über NN), dann wieder Bergauf. Ein junges Ehepaar vor mir traut sich nicht weiter und dreht um. Ich fühle mich aber noch recht sicher, zumal der Weg kurze Zeit später wieder breiter wird. Immer wieder ist man vom Massiv des Wilden Kaisers beeindruckt.

Auf den Weg zum Stripsenkopf  Blick zurueck auf die Huette

Tritthilfen  Steig zum Feldberg

13:40 Uhr

Ein Schild gibt an, dass es noch zwanzig Minuten bis zum Feldberg sind (der höchste Punkt des Zahmen Kaisers). Der Weg führt nun meist nur noch am Grat entlang. Der Weg ist weithin sehr gut zu sehen. Rechts und links sind nun die Latschenkiefern. Im Kaiserbachtal gibt es eine kleine Latschenkiefernbrennerei. An einigen Stellen gibt es immer wieder Seile, die man zur Hilfe nehmen kann, aber nicht muss.

Wilder Kaiser  Weg zum Feldberg

14:05 Uhr

Der Gipfel des Feldbergs ist erreicht (1813m über NN). Hurra. Der Weg zum Stripsenjochhaus war deutlich anstrengender. Der Höhenweg vom Stripsenjochkopf bis zum Feldberg ist mal steil, mal weniger steil, mal waagerecht und insgesamt angenehm zu gehen. Nur an einigen Stellen sollte man aufpassen. Noch eine kurze Pause und die Umgebung genießen.

Blick zurueck auf den Stripsenkopf  Feldberg Gipfelkreuz

14:15 Uhr

Es geht weiter. Der Höhenweg (Scheibenbühelberg) ist sehr gut zu sehen und wird an beiden Seiten von Latschenkiefern flankiert. Wie sich herausstellt, zieht sich das nächste Stück jedoch und ist nicht ganz angenehm zu gehen. Es geht nun stetig Bergab. Der Weg ist steinig und Wurzeldurchwachsen. An vielen Stellen sind die Tritthöhen etwas größer. Die Seile würden mir beim rauf gehen gute Dienste leisten, aber nicht beim hinuntergehen. Das geht ganz schön auf die Knochen.

Höhenweg Scheibenbuehelberg  Das Ende des Hoehenweges

14:30 Uhr

Nun habe ich eine Begegnung der unangenehmen Art. Ich stehe mit dem linken Fuß auf einen größeren Stein und bin bereits in der Vorwärtsbewegung, als ich deutlich etwas zischen höre. Direkt hinter dem Stein liegt eine große schwarze Schlage (vermutlich eine Höhlenkreuzotter). Also schnell einen Ausfallschritt gemacht. Hätte ich drauf getreten, wäre ich mit Sicherheit gebissen worden. Das Problem war nun aber, dass es an dieser Stelle relativ steil war. Ich finde keinen rechten Halt und stürze nach vorne weg und schlage ein paar Purzelbäume. Noch während des Fallens hoffe ich, dass man Handy heile bleibt, damit ich die Bergwacht rufen kann. Ich rechne fest damit, dass ich mir einige Knochen breche. Nachdem ich zum Stillstand gekommen bin, wunder ich mich, dass ich ohne Probleme aufstehen kann. Nach einem kurzen Check stelle ich fest, dass ich mal wieder Glück hatte. Außer einen blauen Flecken am rechten Schienbein und einen leichten Schmerz im linken Knie, ist nichts passiert. Die Schlange hat sich inzwischen davon gemacht. Ich höre es noch in den Kiefern rascheln. Nun ja, weiter geht’s.

15:15 Uhr

Endlich ist wieder ein Wegweiser zu sehen. Der Weg ist nun auch wieder etwas angenehmer zu gehen. Ein Weg führt direkt zum Parkplatz (1,5h). Der Pfad führt in ein Waldstück und sieht doch ein bisschen arg steil aus. Ich beschließe auf meinen ursprünglichen Weg zu bleiben. Mein nächstes Ziel ist nun die (Vordere) Ranggenalm. Der Weg dorthin ist an einigen Stellen steil und von Wurzelwerk durchsetzt.

Weg zur Ranggenalm  Kurz vor der Ranggenalm

16:15 Uhr

Die Ranggenalm ist erreicht. An sich ist es ein Kuhstall, mit einer Wohneinheit. Der Almwirt freut sich aber über Gäste und ich sitze mit ihm auf der kleinen Terrasse und habe ein angenehmes Gespräch mit ihm. Hier kann man auch selbstgemachten Käse kaufen. Ich war am heutigen Tag erst der zweite Gast. Kurz nach mir, kommt noch eine Frau mit zwei Kindern an, die meinen Weg gegangen sind. Die Schlange haben sie aber nicht mehr gesehen. Der Parkplatz und mein Auto sind bereits gut zu sehen. Doch es ist noch 1,5h bis dorthin. Man könnte nun direkt hinunter zur Straße und diese dann ein Stück hinauf zum Parkplatz gehen. Der Hüttenwirt rät mir allerdings davon ab, da der Weg an einigen Stellen sehr steil und steinig ist. Also gehe ich die Flanke des Zahmen Kaisers entlang, Richtung (Hintere) Ranggenalm. Der Weg geht zunächst leicht nach oben, ist aber gut zu gehen und führt dann sanft Bergab, direkt auf die Griesneralm zu. Der Weg wird ab der (Hinteren) Ranggenalm wieder zu einem breiten Wirtschaftsweg. Nun kann man entspannt den Zahmen Kaiser hinab gehen und nochmals die steil aufragenden Flanken des Wilden Kaisers bewundern.

Vordere Ranggenalm  Weg zur hinteren Ranggenalm

Blick auf den Wilden kaiser  Blick auf die hintere Ranggenalm

17:45 Uhr

Der Parkplatz ist erreicht. Die Tour ist ein Muss. Anstrengend, aber toll.

Spalt im Wilden Kaiser  Kurz vorm Parkplatz

Tipp:

Ich würde empfehlen die Tour genau anders herum zu laufen. Das Wegestück zwischen Ranggenalm und dem Feldberg ist anstrengend und von der Gangbarkeit deutlich besser in der Gegenrichtung zu laufen. Ist dann das Stripsenjochhaus erreicht, kann man relaxen und zur Griesneralm entspannt herunter laufen.

 

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